
Der Online-Handel mit gebrauchten Instrumenten boomt wie nie zuvor. Plattformen wie Tutti, Ricardo, Facebook Marketplace und natürlich instrumentum.ch sind voll von attraktiven Angeboten. Doch zwischen echten Schnäppchen lauern professionelle Betrüger, die gezielt die Leidenschaft und die Emotionen von Musikern ausnutzen. Wer träumt nicht von einer seltenen Gibson Les Paul für 800 Franken? Wir zeigen Ihnen die sieben Warnsignale, bei denen alle Alarmglocken schrillen sollten.
1. Der Auslands-Trick
Das Instrument steht angeblich im Ausland, meist in England oder Spanien, obwohl das Inserat einen Schweizer Standort suggeriert. Der Verkäufer erzählt eine Geschichte von einem beruflich bedingten Umzug oder Arbeit auf einer Bohrinsel. Er bietet an, das Instrument zu versenden. Die Regel hier ist einfach: Kaufen Sie nie hochwertige Instrumente blind aus dem Ausland von Privatpersonen, die Sie nicht verifizieren können.
2. Die gefälschte Treuhand-Spedition
Um Vertrauen zu wecken, schlägt der Betrüger vor, eine sichere Spedition zu nutzen, die das Geld treuhänderisch verwaltet, bis Sie die Ware geprüft haben. Sie erhalten daraufhin eine E-Mail von einer Firma, die seriös aussieht, aber deren Name erfunden ist oder die eine echte Firma imitiert. Fakt ist: Diese Webseiten sind Fakes. Sobald Sie das Geld überweisen, ist es weg und das Instrument kommt nie an.
3. Die Freunde und Familie Falle
Der Verkäufer wirkt nett und vertrauenswürdig, besteht aber bei der Zahlung via PayPal auf die Option an Freunde und Familie senden. Er behauptet, so Gebühren sparen zu wollen. Fakt ist: Damit verzichten Sie freiwillig auf den Käuferschutz. Wenn keine Ware kommt, hilft Ihnen der Zahlungsdienstleister nicht. Nutzen Sie bei Fremden immer die Option für Waren und Dienstleistungen, die Gebühr ist Ihre Versicherung.
4. Bilderklau
Viele Betrüger besitzen das angebotene Instrument gar nicht. Sie kopieren einfach Fotos von echten Auktionen aus den USA oder Japan. Ein Tipp zur Entlarvung: Machen Sie eine Google-Bilder-Rückwärtssuche. Wenn das Foto der Geige aus Bern auch auf einer Website in Tokio auftaucht, ist es Betrug. Bitten Sie den Verkäufer zudem um ein Foto des Instruments mit einer aktuellen Schweizer Tageszeitung daneben. Betrüger brechen den Kontakt dann meist ab.
5. Der Scheck-Betrug
Diese Masche zielt auf Verkäufer ab. Ein Käufer aus dem Ausland meldet sich und schickt Ihnen einen Scheck. Dieser ist jedoch versehentlich zu hoch ausgestellt. Sie sollen die Differenz per Überweisung an den Abholer zurückzahlen. Die Falle: Der Scheck platzt Wochen später, aber Ihr überwiesenes Geld ist unwiderruflich weg.
6. Druck aufbauen
Betrüger versuchen oft, Sie psychologisch unter Druck zu setzen. Sätze wie Ich habe noch drei andere Interessenten, wenn Sie nicht sofort überweisen, ist es weg sollen Sie zu unüberlegten Handlungen drängen. Lassen Sie sich niemals hetzen. Seriöse Verkäufer geben Ihnen Zeit für eine Nacht Bedenkzeit.
7. Phishing-Links
Kurz nach dem Einstellen eines Inserats erhalten Sie eine SMS oder WhatsApp. Darin steht, Ihr Artikel sei bezahlt worden und Sie müssten den Empfang oder Versand über einen Link bestätigen. Dieser Link führt auf eine gefälschte Login-Seite, die nur dazu dient, Ihre Kreditkartendaten oder Passwörter abzugreifen.
Sicher kaufen auf instrumentum.ch
Wir bei instrumentum.ch prüfen für unsere Musikbörse Inserate und Nutzerprofile manuell, um die Sicherheit zu maximieren. Dennoch ist der gesunde Menschenverstand der beste Schutz. Bei Instrumenten über 500 Franken ist der persönliche Kontakt immer der beste Weg. Fahren Sie hin, spielen Sie das Instrument an und bezahlen Sie bar oder per Twint vor Ort.
Fazit
Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch. Lassen Sie sich die Freude am Instrumentenkauf nicht verderben, aber bleiben Sie wachsam und kritisch.